Nacht- und Schichtarbeit

Nacht- und Schichtarbeit ist aus unserer Gesellschaft gar nicht mehr wegzudenken: Produktionsunternehmen müssen ihre Maschinen am Laufen halten, im Einzelhandel erwarten die Kunden lange Öffnungszeiten – auch am Wochenende.

Dies stellt Unternehmen und Beschäftigte vor die große Herausforderung, zu "unliebsamen" Zeiten arbeiten zu müssen. Für die Beschäftigten bedeutet dies, zu sozial ungünstigen Zeiten bei der Arbeit zu sein, und dadurch weniger Zeit für die Familie zu haben. Für Unternehmen bedeuten gerade Nacht- und Wochenendarbeit höhere Kosten durch Schichtzuschläge.

Zudem kommt, dass Schichtarbeit negative gesundheitliche Auswirkungen auf die Gesundheit haben (kann), wenn sie nicht gut gestaltet wird. So ist der Arbeitgeber bspw. dazu verpflichtet, die "Arbeitszeit der Nacht- und Schichtarbeitnehmer nach den gesicherten arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen über die menschengerechte Gestaltung der Arbeit festzulegen" (§6 ArbZG).

Arbeitswissenschaftliche Empfehlungen

Diese arbeitswissenschaftlichen Regeln stellen jedoch gerade kleine Unternehmen vor Herausforderungen, da nicht alles bei der Gestaltung berücksichtigt werden kann. Im Folgenden handelt es sich um diese Grundsätze:

  1. Die Anzahl der aufeinanderfolgenden Nachtschichten sollte möglichst gering sein.
  2. Nach einer Nachtschichtphase sollte eine möglichst lange Ruhephase folgen. Sie sollte auf keinen Fall weniger als 24 Stunden betragen.
  3. Geblockte Wochenendfreizeiten sind besser als einzelne freie Tage am Wochenende.
  4. Schichtarbeiter sollten möglichst mehr freie Tage im Jahr haben als Tagarbeiter.
  5. Ungünstige Schichtfolgen sollten vermieden werden, d. h. immer vorwärts rotieren.
  6. Die Frühschicht sollte nicht zu früh beginnen (nicht vor 06.00 Uhr).
  7. Die Nachtschicht sollte möglichst früh enden.
  8. Zugunsten individueller Vorlieben sollte auf starre Anfangszeiten verzichtet werden.
  9. Die Massierung von Arbeitstagen oder Arbeitszeiten auf einen Tag sollte begrenzt werden.
  10. Schichtpläne sollen vorhersagbar und überschaubar sein.

(nach Beermann, B. (2005): Leitfaden zur Einführung und Gestaltung von Nacht- und Schichtarbeit, Download unter www.baua.de/de/Publikationen/Broschueren/A23.html)

Weitere Infos und Bewertung

Sie möchten mehr zur gesundheitsgerechten Gestaltung von Nacht- und Schichtarbeit wissen? Dann können Sie auf der Internetseite www.inqa.gawo-ev.de weitere wichtige Informationen bekommen.

Hier gibt es auch die Möglichkeit, eine Bewertung ihres Schichtmodells vorzunehmen: gawo.no-ip.org:8080

Praxisbeispiele

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