Arbeitszeiten in der Gastronomie

Die Vorstellung von der typischen Arbeitszeit, die charakterisiert wird als 7 bis 8-Stunden- Arbeitstag von Montag bis Freitag (abzüglich des Feiertags und des Urlaubs) vom 1. Januar bis 31. Dezember eines Jahres, ist dem Hotel- und Gaststättengewerbe aufgrund der allgemein bekannten Gegebenheiten in dieser Branche seit jeher unbekannt.

Die ungleichmäßige Auslastung aufgrund von saisonalen Schwankungen und ähnlichen Bedingungen (Wetteränderungen, kurzfristig abgesagte Veranstaltung) zwingt den Arbeitsgeber, den unterschiedlichen Bedarf an Arbeitskräften der jeweiligen Situation anzupassen. Hinzu kommt, dass aufgrund der langen Betriebsöffnungszeiten oftmals Schichtarbeit unvermeidlich ist. Des weiteren werden Gaststätten häufig in der Nachmittagszeit geschlossen, so dass der Mitarbeiter nicht selten verpflichtet wird, Teildienst (d.h. Verteilung der täglichen Arbeitszeit auf zwei voneinander getrennte Arbeitsblöcke) zu leisten.

Schließlich ist Sonn- und Feiertagsarbeit, da gerade an Wochenenden und Feiertagen diese Dienstleistungen nachgefragt werden, sowie Nachtarbeit (z.B. in Bars, an der Rezeption oder bei besonderen Veranstaltungen) unausweichlich.

Gefragt sind mitarbeiterfreundliche Arbeitszeitmodelle

Positive Effekte:

  • Kostensenkung durch einen Personaleinsatz, der sich am tatsächlichen Arbeitsanfall orientiert
  • mehr Arbeitszufriedenheit durch bessere Arbeitszeiten
  • Abbau gesundheitlicher Belastungen aufgrund einer besseren Verteilung der Arbeitszeiten
  • weniger Krankheitstage aufgrund von Belastungsabbau
  • Qualitätssteigerung in der Arbeit
     

Umsetzungsvorschläge:

  • tägliche Arbeitszeit von 8 Stunden nicht überschreiten (Ermüdung, Fehlleistung und Unfälle nehmen bei einer längeren Arbeitszeit zu)
  • hintereinanderliegende Arbeitstage auf 5 bis 7 Tage begrenzen
  • Wochenenden mit 2 freien Tagen ermöglichen
  • wöchentlich rotierende Schichten vermeiden, für soziale Kontakte und die Gesundheit sind kurze Schichtwechsel (z.B. Wechsel aller 3 Tage) günstiger
  • Schichtplan vorwärts rollierend gestalten (Früh-, Spät- und Nachtschicht)
  • geteilte Arbeitstage vermeiden
  • Arbeitszeitgestaltung immer mit den Mitarbeitern besprechen und deren Wünsche berücksichtigen
  • frühzeitige Fertigstellung des Schichtplanes, so dass die Mitarbeiter vorausschauend planen können
     

Die Arbeitszeit der Mitarbeiter wird in dem Arbeitszeitgesetz geregelt. Zweck des Gesetzes ist es, die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten durch die Arbeitszeitgestaltung zu gewährleisten und die Rahmenbedingungen für flexible Arbeitszeiten zu verbessern.

(Quelle: http://www.guss-net.de/index.php?id=1040)