ZUFALL logistics group

Arbeitszeitkonten erhöhen die Flexibilität 

Das Unternehmen

Die ZUFALL logistics group ist ein deutschlandweit sowie international agierendes Unternehmen mit elf Standorten in Südniedersachsen, Hessen, Thüringen und Baden-Württemberg. Am Standort Fulda werden alle unternehmensspezifischen Betriebsbereiche angeboten: Dazu gehören der Bereich Umschlag für tägliches Transportgeschäft, der Logistik-Bereich, der kaufmännische Bereich sowie der eigene Fernverkehr bzw. Transport.

In dem Bereich Umschlag arbeiten insgesamt 130 Mitarbeiter, in der Logistik etwa 90 Vollzeitbeschäftigte. Einen großen Bereich nimmt die kaufmännische Abteilung mit rund 300 Mitarbeitern ein. Hinzu kommen noch weitere Mitarbeiter in Teilzeitbeschäftigung. Das nicht tarifgebundene Unternehmen ZUFALL versteht sich als Dienstleister: Guter Service steht an erster Stelle. Dabei orientiert sich das Unternehmen auch an dem Leitsatz: Die Mitarbeiter sind das höchste Gut des Unternehmens. Die langjährige Erfahrung der Mitarbeiter ist ein wichtiger Faktor für den Unternehmenserfolg.

Die betriebliche Ausgangslage

Die Arbeitsaufgaben und -anforderungen unterscheiden sich zwischen den Betriebsbereichen sehr. So ist der Bereich Umschlag, in dem für das Speditionsgeschäft die Ware ab- und aufgeladen wird, sehr von einem kurzfristigen Tagesgeschäft geprägt. Im Gegensatz dazu sind in dem Logistikbereich, wo die Ware von Kunden eingelagert und bei Bedarf verteilt wird, die Planungshorizonte länger und somit auch die Arbeitsaufgaben besser planbar.

Dabei waren die Arbeitszeiten bis zu der Einführung eines Arbeitszeitkontos im Jahr 2001 fest geregelt. So hatte jeder Mitarbeiter feste Anfangs- und Endzeiten bei einem 8-Stundentag und einer 40-Stundenwoche.

Durch die festen Arbeitszeiten war insbesondere im Umschlag die Gestaltung der Dienstpläne schwierig, da bei einem Dreischichtsystem und einer Arbeitszeit von acht Stunden keine Übergabezeiten eingeplant werden konnten. Diese sind jedoch dringend erforderlich, um die Aufgaben an die nächsten Mitarbeiter reibungslos und ohne Fehler weiterzugeben.

Waren Überstunden betrieblich bedingt notwendig, wurden diese durch Überstundenzuschläge finanziell ausgeglichen. Dabei war für die Mitarbeiter der finanzielle Ausgleich durch den damit verbundenen Anstieg von Steuern und Abgaben nicht besonders attraktiv, so die Rückmeldungen der Mitarbeiter bei Christoph Göbel, dem Sprecher der Niederlassungsleitung. Die Mitarbeiter wünschten sich vielmehr einen Freizeitausgleich.

Überstunden waren insbesondere durch starke saisonale Schwankungen nicht zu vermeiden. So liegen im Herbst und Frühjahr die Hochzeiten des Speditionsgeschäftes. Die bezahlten Überstunden waren ein hoher Kostenpunkt für das Unternehmen, aber auch eine hohe Belastung für die Mitarbeiter, da ein zeitlicher Ausgleich – beispielsweise in wirtschaftlich ruhigeren Zeiten – fehlte. Um die betriebliche Flexibilität trotz der schwankenden Auslastung aufrecht zu erhalten, musste in höherem Maße auf Aushilfen zurückgegriffen werden.

Die geltenden Arbeitszeitregelungen erfüllten somit die Anforderungen des Betriebs und der Mitarbeiter nicht  ehr und erforderten eine Anpassung der Arbeitszeiten. Ziel sollte es sein, die betriebliche Flexibilität, die das Unternehmen bei kurzfristigen Wareneingängen insbesondere beim Umschlagslager und saisonalen Schwankungen benötigt, aber auch die Flexibilität für die Mitarbeiter zu erhöhen.

Einführung eines Arbeitszeitkontos

Um die Arbeitszeiten produktiver und flexibler, aber auch für die Mitarbeiter gesundheitsgerechter gestalten zu können, wurde gemeinsam zwischen Geschäftsführung und Betriebsrat nach einer besseren Regelung gesucht. Die Entscheidung fiel darauf, Arbeitszeitkonten für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als Instrument einzuführen, mit dem die unterschiedliche saisonale Auftragslage besser aufgefangen werden kann.

So wurde in einer Betriebsvereinbarung geregelt, dass mit dem Arbeitszeitkonto die saisonalen Schwankungen durch gezielte Mehrarbeit und entsprechenden Überstundenabbau ausgeglichen werden können. Dabei wird das Arbeitszeitkonto über ein Kalenderjahr geführt.

Über das Instrument Arbeitszeitkonto können Überstunden angesammelt und wieder abgebaut werden. Dabei gibt es keine Festlegung, wie viele Stunden das Konto im Plus oder Minus sein darf. Die Führungskräfte haben jedoch täglich „im Blick“, dass auch in den saisonalen Hochzeiten die gesetzliche Obergrenze von durchschnittlich 48 Stunden pro Woche nicht überschritten wird. In den wirtschaftlich schwächeren Zeiten kann dann die wöchentliche Arbeitszeit auch um einige Stunden reduziert werden.

Erfahrungen

Das Arbeitszeitkonto bietet dem Unternehmen die notwendige Flexibilität, um Personalkapazitäten besser an die saisonalen Schwankungen angleichen zu können, aber auch den Vorteil einer Kostenersparnis durch den Wegfall von Überstundenzuschlägen.

Für die Mitarbeiter bietet das Arbeitszeitkonto die Möglichkeit, betrieblich notwendige Überstunden durch Freizeit auszugleichen, was für die Gesundheit der Mitarbeiter vorteilhafter ist als ein finanzieller Ausgleich. Durch das Arbeitszeitkonto erhöht sich aber auch die Flexibilität, da sie angesparte Überstunden in Absprache mit dem Vorgesetzten für private Anliegen für einen früheren Feierabend oder gar ganze freie Tage nutzen können. Zurzeit liegt die Genehmigung im Ermessen des Abteilungsleiters in Abwägung der betrieblichen Situation.

Bislang konnte durch das Arbeitszeitkonto insbesondere die Flexibilität auf betrieblicher Seite erhöht werden. Um auch für die Mitarbeiter die Flexibilität noch weiter zu erhöhen, sollen die Möglichkeiten der flexiblen Zeiteinteilung und des Überstundenabbaus einheitlicher und transparenter gestaltet werden.

Dazu wird derzeit zwischen Geschäftsführung und Betriebsrat über eine neue bzw. erweiterte Betriebsvereinbarung zur Arbeitszeit diskutiert. In dieser sollen konkrete Regelungen vereinbart werden, wann und wie viel Anspruch die Mitarbeiter haben, ihre Überstunden auszugleichen.

Fazit

Für das Unternehmen ZUFALL sind und bleiben die Mitarbeiter das wichtigste Kapital. Um dieses Kapital zu halten und weitere Potenziale zu nutzen, werden Veränderungen an dem Arbeitszeitsystem zurzeit überprüft. Dazu gehört insbesondere der oben erwähnte Abschluss einer Betriebsvereinbarung, mit der das Arbeitszeitkonto einheitlicher und transparenter als bisher geregelt werden soll.

Weitere Informationen zur INSOFT AG und der Gestaltung der Arbeitszeit finden Sie in folgender pdf-Datei: zum Praxisbeispiel ZUFALL

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