Volksbank Dreieich: Flexible Arbeitszeiten

Anpassung des Arbeitszeitmodells an Kunden- und Mitarbeiterinteressen

Bei der Volksbank Dreieich stehen rund 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Privat- und Firmenkunden beratend zur Seite. Dabei zeichnet sich die Volksbank durch eine kundennahe Filialstruktur aus, unterschiedliche Angebote und Kundeninteressen führen zu unterschiedlichem Bedarf an Öffnungszeiten und Personalkapazität. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden und auch den Beschäftigten mehr Flexibilität zu ermöglichen, hat die Volksbank ein neues Arbeitszeitmodell entwickelt.

Ausgangslage

Hintergrund für eine neue Betriebsvereinbarung war zum einen der Wunsch nach mehr betrieblicher Flexibilität, um das Beratungsangebot den Kundeninteressen entsprechend einzurichten. Dabei bestanden sehr unterschiedliche Bedarfe, wie eine Analyse im Rahmen des Projekts „ArbeitsZeitGewinn“ ergab: Öffnungszeiten, Angebotsanforderungen und Kundenfrequenz variierten in den kleinen Filialen.

Das neue Modell sollte auch dazu beitragen, als Arbeitgeber zukünftig noch attraktiver zu sein: Gerade im Bankenraum Frankfurt keine leichte Aufgabe. Hier sollten mitarbeiterorientierte Arbeitszeitmodelle für eine Verbesserung sorgen.

Der Prozess

Bei der Umsetzung einer neuen Betriebsvereinbarung wurde die Volksbank durch zwei Berater unterstützt. Grundlage war neben Workshops mit Führungskräften und Mitarbeitern im Wesentlichen eine Mitarbeiterbefragung, die online durchgeführt wurde.

Parallel wurden in einer Pilotphase von vier Wochen neue Arbeitszeitregelungen getestet. Dafür wurden zwei Filialen und drei interne Bereiche des Hauptsitzes in Dreieich ausgewählt.

"MIt dem neuen Arbeitszeitmodell haben unsere Kunden an Beratungsqualität gewonnen. Durch die frühzeitige Einbidung der Beschäftigten konnten ihre Belange besser berücksichtigt werden. Die geglückte Umsetzung des neuen Modells war dabei v.a. der neutralen Position der Berater bei der Analyse und während der Pilotphase geschuldet."

Dieter Börgers, Bereichsleiter Personal, Volksbank Dreieich

Das Ergebnis

Am Ende des Beratungsprozesses konnte die Volksbank Dreieich eine neue Betriebsvereinbarung ausarbeiten. Eine wesentliche Änderung mit dem neuen Arbeitszeitmodell ist die Umstellung von täglichen Arbeitszeiten auf eine wöchentliche. Hierdurch entsteht für die Beschäftigten mehr Flexibilität bei der täglichen Arbeitszeitgestaltung.

Um dennoch die Erreichbarkeit und adäquate Besetzung zu gewährleisten, werden die Arbeitszeiten im Vorfeld – wie bei Funktionszeiten – teamintern und mit der Führungskraft abgesprochen. Dafür steht täglich ein Arbeitszeitrahmen von 7 bis 20 Uhr zur Verfügung. Für eine weitere Flexibilität wurde zudem ein kleines Arbeitszeitkonto mit bis zu 10 Stunden eingeführt, das die Mitarbeiter nach Absprache nutzen können.

Die Botschaft an die Mitarbeiter durch den Bankenvorstand mit den neuen Arbeitszeitregelungen ist: „Arbeitet, wenn Kunden da sind und geht, wenn die Arbeit erledigt ist.“ An diese Umstellung – weg von „Dienst nach Vorschrift“ hin zu selbstverantwortlicher Einteilung der Arbeitszeiten mit der Rückendeckung, auch einmal früher zu gehen – mussten sich Führungskräfte und Mitarbeiter zunächst gewöhnen. Mit Informationen durch den Personalbereich und einer guten Begleitung des Prozesses wird dies jedoch erfolgreich bewältigt werden.

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