RKW Hessen: Flexible Arbeitszeiten

Auch das RKW Hessen hat das Projekt „ArbeitsZeitGewinn" zum Anlass genommen, die Arbeitszeitregelungen bei sich selbst zu überprüfen und zu regeln. Dabei stand im besonderen Fokus, die von Kunden und Netzwerkpartnern geforderte Flexibilität mit den Interessen der Mitarbeiter zu verknüpfen. Der Schutz vor Überlastung war bei den Diskussionen ein wichtiges Thema.

Das RKW Hessen ist eine Einrichtung der hessischen Wirtschaftsförderung mit rund 20 Beschäftigten. Seine Kunden sind kleine und mittelständische Unternehmen, von der Existenzgründerin bis zu weltweit agierenden Spezialisten.

Ausgangssituation: Außendienst und Saisongeschäft

Aufgrund dieser Aufgaben sind viele der Mitarbeiter  regelmäßig im Außendienst, bei Kunden, auf Messen und Netzwerkveranstaltungen unterwegs. Darüber hinaus ist die Beratung beim RKW Hessen ein Saisongeschäft: Rund 50 Prozent der Beratungsfälle werden zum Beispiel in den letzten beiden Monaten des Jahres abgerechnet. Das alte Arbeitszeitmodell mit starren Arbeitszeiten und fehlenden Möglichkeiten, angefallene Überstunden auszugleichen, hat dazu nicht mehr gepasst.
 

"Im Kundeninteresse haben unsere Mitarbeiter immer wieder Abend- oder Wochenendtermine, sind viel unterwegs und haben z.T. saisonale Belastungsspitzen. Unser Arbeitszeitsystem sollte dafür ausreichend flexibel sein und den Mitarbeitern den nötigen Freizeitausgleich ermöglichen."

Sascha Gutzeit, Geschäftsführer RKW Hessen GmbH

Ziele

Folgende Ziele wurden für ein neues Arbeitszeitmodell definiert:

  • Mehr Flexibilität entsprechend der Arbeitsanforderung
  • Klare Regelungen für Dienstreisen
  • Möglichkeit, bei Bedarf Überstunden zu machen und in Phasen mit geringerem Arbeitsanfall auch früher nach Hause zu können
  • Keine Mehrkosten für das Unternehmen
  • Kundenorientierte Betriebszeiten
     

Das Unternehmen entschied sich für ein Arbeitszeitkonto und eine Funktionszeit. Das Arbeitszeitkonto kann dabei um maximal 24 Stunden über- oder unterschritten werden. Darüber hinausgehende Stunden sind nur mit Genehmigung der Geschäftsführung möglich.

Erfahrungen

In der Belegschaft hat die Regelung zunächst etliche Diskussionen ausgelöst, da sich viele seit langem wieder intensiver mit ihrer eigenen Arbeitszeit auseinander gesetzt haben: 

  • Wie viel Pause mache ich am Tag – ist das genug, zu wenig, zu viel?
  • Muss ich tatsächlich von früh bis in den späten Abend aktiv sein oder kann ich mir gezielt Ruhe- und Erholungsphasen gönnen?
     

Derzeit befindet sich das Modell in einer Testphase. Im Laufe eines Jahres soll insbesondere geprüft werden, ob die Personalkapazitäten sinnvoll geplant sind und inwieweit das Stundenkonto reicht, um die Schwankungen auszugleichen.

Weitere Informationen zur RKW Hessen GmbH und der Gestaltung der Arbeitszeit finden Sie in folgender pdf-Datei: zum Praxisbeispiel RKW Hessen

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